2 Monate Bali mit Baby – Reisen mit Babytrage

Fliegen mit Kleinkind und dann auch noch so weit weg? Diese Fragen haben wir oft gehört. Besorgte Kollegen und Bekannte wollten mit Sicherheit nur das Beste für uns. Aber wir waren uns sicher, wir machen das.Warum wir uns so sicher waren, kann man gar nicht mit ein oder zwei Sätzen beschreiben. Wir fragten uns nur: Warum sollte es nicht funktionieren?

Wir kannten Bali, waren bereits 2 Mal dort und haben das Land und die Leute kennengelernt. Die Herzlichkeit gesehen, das traumhafte Wetter, das gute Essen und die schöne Zeit genossen. Und was uns damals schon immer aufgefallen ist, waren die Touristen mit Kleinkindern und Babys. Und so war für uns klar, wir verbringen unsere gemeinsame Elternzeit für 2 Monate auf Bali. Natürlich sind wir nicht unbedacht und ohne Vorbereitung dort hingeflogen. Wir wussten ja wie es vor Ort aussieht, das es auch dort Krankenhäuser und medizinische Versorgung gibt. Dass auch dort Kinder aufwachsen und wir haben das, was wir dort eventuell nicht bekommen würden mitgenommen.

Es gab Zeiten, da sind wir zu zweit auch mal nur mit einem Koffer für 3 Wochen nach Bali geflogen. Was braucht man schon, wenn den ganzen Tag die Sonne scheint und T-Shirts, Flip Flops und eine kurze Hose Tag und Nacht getragen werden können. Diese Zeit ist mit Baby natürlich vorbei. Ein bisschen mehr als das solltet Ihr für eure Reise einplanen.


Wir geben euch unsere 10 Tipps für die Bali-Reisevorbereitung:

  1. Reiseapotheke Baby – beim Reisen mit einem Baby erweitert sich die Reiseapotheke auf einmal, denn auch am Ende der Welt können kleine Kinderkrankheiten auftreten. Wir haben im Vorfeld mit unserer Kinderärztin eine Liste von Medikamenten besprochen und besorgt, die wir für unsere Reise mitgenommen haben. Unter anderem sinnvoll sind:
    • Nasentropfen für den Flug und eventuelle Schnupfenerkrankungen
    • Fieberzäpchen oder Fiebertropfen (meist in Kombination mit einem schmerzlindernden Mittel)
    • Desinfektionsspray, was auch in der Nähe von Schleimhäuten zum Einsatz kommen kann
    • Kräutersalbe für eventuelle Atemwegserkrankungen
    • Elektrolyte, falls das Baby tatsächlich einmal Durchfall bekommt
  2. Sonnencreme – was man sich nicht vorstellen kann, ist der unfassbar hohe Preis von Sonnencreme. Durch die Drogeriemärkte verwöhnt, sind für uns Preise von 2-4 Euro für eine Flasche Sonnencreme normal. Auf Bali liegt dann der Preis eher bei 10-12 Euro. Die Sonne scheint viel auf Bali und ist sehr stark. Daher ist es tatsächlich sinnvoll ausreichend Sonnencreme für die Großen und auch für die Kleinen mitzunehmen. Bei Babys ist es sinnvoll die zarte Babyhaut so gut wie möglich mit leichter Stoffbekleidung bedeckt zu halten und nur die freien Händchen, Füßchen und das Gesicht einzucremen.
  3. Unterkünfte richtig aussuchen – wir sind während unserer Zeit auf Bali mehrfach weitergezogen und haben die Unterkünfte immer für ca. 10-14 Tage bewohnt. Bei unserer Suche haben wir vor allem auf folgende Punkte geachtet:
    • Klimatisierte Schlafräume mit Moskitonetz über dem Bett
    • Eigene Kochgelegenheit und Kühlschrank
    • Kleine Anlagen mit Bungalows – die sind meist familiengeführt, liebevoll eingerichtet und persönlicher
  4. Windelvorrat für die erste Woche – natürlich gibt es vor Ort auch Windeln, aber mal ehrlich, habt ihr Lust euch nach einem langen Flug, einer nächtlichen Ankunft und der Suche nach etwas zu Essen als allererstes darum zu kümmern, wo ihr Windeln her bekommt? Genau, kommt erst einmal entspannt an und schaut euch in den ersten Tagen um, wo man gut einkaufen kann, wo es Windeln und Lebensmittel für den Babybrei gibt. Übrigens gibt es auf Bali fast ausschließlich Pantys, also Windeln die man wie ein Höschen anzieht und zum Wechseln an der Seite aufreißen kann. Während hier in Deutschland die Preise für solche Windeln fast doppelt so hoch sind, wie die Klassischen mit den zwei Klebeverschlüssen, sind die Höschenwindeln auf Bali weit verbreitet und oft am günstigsten zu bekommen.
  5. Steckdosenschutz – natürlich sind in den Unterkünften auf Bali die Steckdosen nicht gesichert. Solltet Ihr ein kleines Entdecker-Baby dabei haben, das alle Kabel und Steckdosen unfassbar spannend findet, empfielt es sich eine Hand voll Steckdosenschutzeinsätze mitzunehmen, die einfach in die Steckdosen geklickt werden können und mit euch von Unterkunft zu Unterkunft reisen.
  6. Vorbereitet für den Notfall – definitiv sinnvoll ist es, sich vor der Ankunft an einem neuen Ort kurz einen Überblick zu verschaffen, wo das nächste Krankenhaus oder der nächste Arzt ist. Dank google Maps ist das von überall auf der Welt möglich. Und  auch die Gastgeber der Unterkünfte können bei solchen Fragen meist am allerbesten weiterhelfen oder fahren sogar gleich selbst mit.
  7. Flugzeugsitz mit Babyschale – Wenn ihr mit Kindern unter 2 Jahren fliegt, zahlt ihr für die Kinder nur die Steuern des Fluges. Außerdem bieten die Fluggesellschaften Babyschalen an, die an der Wand montiert werden und es euch ermöglichen euer Kind zum Schlafen dort abzulegen. Informiert euch rechtzeitig vor eurem Flug bei der Fluggesellschaft, ob ihr einen solchen Platz habt und ob euer Kind noch in die Schale passt. Die Maße findet ihr meist auf den Internetseiten der Fluggesellschaften. Ein weiterer Vorteil dieser Plätze mit Babyschale ist, dass vor euch keine Sitzreihe ist und ihr sehr viel Beinfreiheit habt. Die meisten Fluggesellschaften erlauben für Kinder unter 2 Jahre ein extra Gepäckstück und zusätzliches Handgepäck. Informiert euch vor dem Abflug, was eure Fluggesellschaft erlaubt.
  8. Reisepass und Visum für alle – Rechtzeitig vor eurem Abflug solltet ihr kontrollieren, ob eure Reisepässe noch lange genug gültig sind und auch einen Reisepass für euer Baby beantragen. Für eine Reise nach Bali ist der normale Kinderreisepass ausreichend. Er ist nicht Biometrisch und günstiger als der „große“. Außerdem benötigt ihr für einen längeren Aufenthalt auf Bali ein Touristen-Visum. Wir haben damals ein 60 Tage-Visum beantragt. Das ging super schnell und unkompliziert über die Indonesische Botschaft.
  9. Bettschlange und Kuscheltier – damit sich euer Baby egal wo auf der Welt zu Hause fühlt, könnt ihr mit ein paar einfachen Hilfsmitteln das vertraute Gefühl auch am Ende der Welt herzaubern. Natürlich riecht die Bettwäsche dort anders als zu Hause und der Raum sieht auch anders aus. Wir haben zum Beispiel zwei Kuscheltiere und eine Bettschlange mitgenommen, damit fühlt sich das Bett gleich ein bisschen mehr nach zu Hause an. Spieluhr, Schnuffeltuch, Schuller, was auch immer bei euch dazu gehört und keinen extra Koffer benötigt, packt es ein.
  10. Brei für den Flug – Falls euer Baby Brei ist, empfehlen wir fertige Gläschen zu kaufen und mitzunehmen. Oder den Brei aus den Quetschbeuteln zu kaufen. Wir haben vor unserem Flug selbst Brei vorgekocht und mitgenommen, aber der hat tatsächlich nicht mehr geschmeckt. Ob das am veränderten Luftdruck, der nicht perfekt eingehaltenen Kühlkette oder etwas anderem lag, können wir nicht sagen, aber das nächste Mal würden wir uns das sparen. Übrigens dürfen Babyfläschchen mit Wasser und Babybrei die überall gängige Grenze von 100ml/Gefäß überschreiten. Am besten verpackt ihr alle Babynahrungsmittel für den Flug in einem durchsichtigen Beutel um bei der Sicherheitskontrolle nicht suchen zu müssen.

Gut vorbereitet sind wir Anfang Januar bei frostigen Temperaturen in den Flieger gestiegen und gen Sonne geflogen. Ein 16 Stunden Flug kann schon so manchen Eltern nur beim Gedanken Schweißperlen auf die Stirn treiben, aber auch hier muss man sich immer sagen: „Du kannst es eh nicht planen“. Je entspannter Ihr bei der Reise seid, desto besser wird es. Sinnvoll ist es, dass euer Baby bei Start und Landung etwas trinkt, damit der Druckausgleich funktioniert und ein neues Spielzeug, welches es erst im Flugzeug zum ersten Mal sieht, lässt die so ein oder andere Stunde überbrücken. Natürlich war der Flug nicht wie früher, damals haben wir uns schon direkt zum Start ein Bierchen gegönnt, um den Urlaub einzuleiten, den ganzen Flug über Filme geschaut oder geschlafen und hatten das Gefühl, dass der Urlaub schon im Flugzeug so richtig losging. Aber mit dem Babybettchen für den Schlaf und guter Beschäftigung für die Kleinen geht auch der längste Flug relativ entspannt vorüber. Die meisten Fluggesellschaften bieten auf dem Flug den ganz kleinen Gästen zudem noch kleine Geschenke wie Kuscheltiere, Malzeug oder kleine Bücher. Und ein extra Kinderessen kann, wenn die Kinder schon richtig essen auch mitbestellt werden.

5 Tipps für ein entspanntes Reisen vor Ort mit Baby:

  1. Balinesisches Essen am eigenen Pool – früher hat man die Nacht zum Tag gemacht, ist losgezogen, wenn es dunkel wurde um in den schicksten Restaurants und Bars köstliches Essen zu finden und bei ein paar Getränken den Tag ausklingen zu lassen. Ja, das geht mit Baby nicht mehr so einfach. Aber auf den schönen Abend mit frischem Essen und Getränken müsst ihr deshalb trotzdem nicht verzichten. Wir haben uns immer Unterkünfte mit einem schönen Außenbereich, einem Pool einer Veranda oder einem netten Garten gesucht. Auf Bali ist es super einfach und kostengünstig, sich aus fast jedem Restaurant das Essen liefern zu lassen. Frisch, heiß und oft sogar umweltfreundlich verpackt konnten wir so bei Kerzenschein den Abend ausklingen lassen, während unser Sohn bereits im Land der Träume war.
  2. Babytrage – die Orte auf Bali sind nicht so ausgebaut wie Berlin, Frankfurt oder auch sonst jede deutsche Stadt. Fußgängerwege und Bordsteine sind an einigen Ecken zu erahnen, jedoch enden diese auch mal im nichts oder es ist einfach ein Loch mitten auf dem Weg. Daher haben wir uns dagegen entschieden einen Kinderwagen mit nach Bali zu nehmen. Unser Sohn hat Bali in der Babytrage erlebt. Für uns hatte das Reisen mit Trage nur Vorteile. Er war sicher bei uns, wir konnten uns frei bewegen ohne schauen zu müssen, dass wir einen geeigneten Weg für den Kinderwagen hatten, in kleinen Cafés mussten wir den Wagen nicht parken und wenn er müde war, konnte er in seiner Tage eingekuschelt schlafen. Ob es warm ist, bei über 30 Grad eine Trage zu tragen? Ja manchmal, aber wir sind ehrlich gesagt auch nicht in der Mittagshitze mit Baby rumgerannt. Diese Zeit konnte man wunderbar für einen Mittagsschlaf im klimatisierten Schlafzimmer nutzen.
  3. Zeit für sich nehmen – jeder Ort an dem wir waren hat unglaublich viel Angebote gehabt, um auch mal für 1 oder 2 Stunden etwas für sich zu machen. Wenn ihr zu zweit mit Baby unterwegs seid, nutz das aus und gönnt euch einfach mal eine Massage in einem der vielen Massagestudios, geht zum Yoga oder leiht euch für 1 Stunde ein Surfboard. Da die Orte alle nicht groß sind, erreicht ihr so gut wie alle Dinge innerhalb von 5 Minuten.
  4. Frühstück ohne Stress – in vielen Unterkünften, nicht nur den Hotels wird ein Frühstück mit angeboten. Sollte das nicht dabei sein, haben wir uns immer Tee, Müsli, Obst und Brot im Kühlschrank gelagert, sodass wir nicht gezwungen waren morgens als erstes raus zu müssen um etwas zu essen zu bekommen. Gerade mit Baby ist ein „zack mal schnell ins Café und ein kleines Frühstück holen“ nicht mehr so mal eben zack gemacht. Und bevor jemand einen Hungerast bekommt, wenn die Nacht doch früher vorbei war als geplant, ist so ein kleiner Vorrat ratsam.
  5. Babyphone am Pool – wenn der Mittagsschlaf ansteht und das Wetter mal wieder viel zu schön ist um im Bungalow wache zu halten, dann ist das Babyphone, das bis zum Pool reicht gold wert. Achtet beim Buchen der Unterkunft darauf, dass eurer Bungalow nah am Pool ist, sodass der Empfang ausreicht und nicht durch dazwischenstehende Hütten geblockt wird. Dann steht eurer täglichen Entspannungsstunde am Pool nichts im Weg.

Nach 2 Monaten und unfassbar vielen schönen Erinnerungen, haben wir den Rückflug angetreten.

Für uns ist sicher, das wird nicht das letzte Mal gewesen sein.

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